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SYMBOLISCHE BANK NACH SCHEFFELGEDICHT AN HISTORISCHEM GRENZSTEIN EINGEWEIHT


Dreiherrenstein am Rennsteig Im Gedicht „Der Rennsteig in der Dichtung“ aus dem Jahre 1863 von Viktor von Scheffel wird in treffenden Zeilen beschrieben, welche Bedeutung dem Dreiherrenstein am Schönwappenweg zwischen dem Ludwigsstadter Ortsteil Lauenhain und dem thüringischen Lehesten zuerkannt wurde. Mit den Worten dieses Gedichtes konnte Martin Weber als Vertreter der GHAG (Geologisch-Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft Ludwigsstadt) die Gäste am historischen Grenzstein, welcher bereits 1665 in Grenzbeschreibungen aus dem Jahre 1619 stammend erwähnt wird, aus Bayern und Thüringen zur Einweihung der gespendeten Bank begrüßen. Eine Dreiseitenbank direkt neben dem Wappenstein soll die historische Bedeutung nochmals symbolisieren, drei Herrschaftsgebiete trafen hier zusammen, das Amt Lauenstein unter Herrschaft der Markgrafen von Brandenburg, das Oberamt Teuschnitz mit Gemarkung des Hochstifts Bamberg und das Herzogtum Sachsen-Saalfeld. Bei einem gemeinsamen Grenzbegang vor einem Jahr war die Idee entstanden, diese geschichtsträchtige Bedeutung symbolisch darzustellen und der Grenzgänger Leopold Jahn aus Probstzella sponserte mit der Firma Jahn die Dreiseitenbank, die mit Gästen aus Oberfranken und Thüringen wie im Scheffelgedicht beschrieben eingeweiht wurde. Martin Weber erklärte nochmals, dass an diesem Markpunkt „Gericht gehalten“ werden konnte und dieser Ort auch als „Fraischstein“ bezeichnet wurde.

“Die Einweihung einer Sitzgruppe sei eigentlich kein spektuläres Ereignis“, so der Lehestener Willi Rimpl. Durch den Standort am Rennsteig und der früheren innerdeutschen Grenze komme aber eine andere Bedeutung hinzu. „Es ist ein Ort der Erinnerung an eine Zeit, als es hier ein unüberwindliches Bollwerk gegeben hat“, so Rimpl weiter. Nach dem Ausbau der Grenze 1961 habe es den Abbruch familiärer Beziehungen, den Wegfall von Arbeitsmöglichkeiten für fränkische Schieferarbeiter und „einen nicht entschuldbaren Verlust an Menschenleben gegeben, der niemals in Vergessenheit geraten wird.“ Heute muss der Begriff „Grenze“ neu gewertet werden, weg von der trennenden Grenze hin zu notwendigen Grenzziehungen, um Eigentumsverhältnisse darzustellen und auch im Familienleben klare Grenzen zu setzen.

In Vertretung für das verhinderte Stadtoberhaupt aus Ludwigsstadt, Timo Ehrhardt sprach der Kollege aus Thüringen ein kurzes Grußwort.

Bürgermeister Marko Wolfram aus Probstzella, selbst ein begeisterter Grenzgänger dankte den Verantwortlichen für das „kleine Stück touristischer Infrastruktur“, dass hier geschaffen wurde um Menschen zum Nachdenken zu bewegen, an was für einem wichtigen Ort sie sich befinden, so Marko Wolfram weiter. Der scheidende Bürgermeister Helmut Färber aus Lehesten stellte klar heraus, dass es entscheidend ist, den Rennsteig und die Grenze zwischen West und Ost sowie Nord und Süd ins rechte Licht zu rücken. Sein Dank galt den Initiatoren von der GHAG Ludwigsstadt und der Probstzellaer Firma für die Verwirklichung einer Idee, um die Geschichte in Gegenwart und Zukunft lebendig zu halten.

Mit einer ordentlichen Brotzeit wurden gemeinsam noch kleine Schilder mit den Ländereien auf die jeweiligen Seiten der Bank genagelt, damit der Besucher weiss, ob er im „Bambergischen“, „Brandenburgischen“ oder „Sächsischen“ Teil dieses Ortes sitzt.

Verfasst von Simone Büttner



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