Garten

Golddorf
Steinbach an der Haide

 

 

Hoch oben, im Norden von Bayern, unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, liegt ein echter Geheimtipp für Gartenfreunde. Im kleinen Örtchen Steinbach an der Haide gibt es einen wunderbaren, gemeinschaftlichen Dorfgarten. Anstelle eines Dorfplatzes bildet dieses sogenannte "Pflanzbeet" das Zentrum des Runddorfes. Hier wachsen die verschiedenste Blumen und Früchte, Gräser und Gemüse in trautem Miteinander. Und machen den Garten so in jedem Monat aufs Neue bunt und interessant.
Schon im zeitigen Frühjahr leuchtet das satte Violett der Veilchen im Garten und der zarte Duft der Frühlingsboten macht Lust auf die warme Jahreszeit

Die Vielfalt an Farben, die gerade in den Sommermonaten betört, bildet einen faszinierenden Kontrast zu den edlen, dunkelblauen Schieferfassaden, die im Ort fast jedes Haus zieren.
An schönen Tagen herrscht in dem Garten reges Treiben. Auch heute noch besitzt fast jede Familie eine Parzelle im Garten und hegt und pflegt dieses Stückchen Natur. So macht Gartenarbeit gleich noch mehr Spass, denn hier kann Jäten und Ernten auch mit einem kleinen Pläuschchen unter Nachbarn verbunden werden. Und wie es unter Nachbarn meist üblich ist, will natürlich auch in Steinbach jeder ein ansprechendes Beet vorweisen. Und so pflanzen alle um die Wette und jeder gestaltet sein Beet extra schön. Jeder für sich und doch gemeinsam, ähnlich einem Mosaik, zu dem jeder Bewohner sein ganz individuelles Steinchen hinzufügt.

Steinbach an der Haide
Blick über den Gartenzaun
Steinbach an der Haide_Siegfried Scheidig
Historischer Pflanzgarten

Der "Große Garten auf dem Anger" wurde bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erwähnt. Ursprünglich diente der Garten der Aussaat und dem Aufziehen von Krautpflanzen. Im Frühjahr wurden diese in weitem Umkreis bis nach Thüringen hinein verkauft. Deshalb heißt der Ort auch heute noch im Volksmund "Krautsteinbach".
Die Verbindung nach Thüringen - durch die Grenzziehung fast 30 Jahre unterbrochen - blühte nach der Wende 1989 wieder auf. Die Grenzöffnung und die daraus resultierenden Ehen zwischen Thüringern und Franken brachten dem Ort eine Verjüngungskur. Während in Steinbach zwischen 1979 und 1988 kein einziges Kind geboren wurde, sind inzwischen ein Drittel der 180 Einwohner unter 18 Jahre alt.

Die Steinbacher fühlen sich sichtlich wohl in ihrem Dorf. Das sieht man auch an der Liebe, mit der sie ihre Häuser und Vorgärten hegen und pflegen. Obstspaliere zieren die Fassaden, Blumenkästen Haus für Haus, Fenster, Vorgärten, ja selbst die Misthaufen "blühen". Diese Hingabe zum Detail hat Steinbach an der Haide bereits zwei Siege im Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" eingebracht. die Goldmedaillen neben dem Dorfteich sind stolze Dokumente dieses Gemeinschaftssinns.


Kontakt:

Touristinformation Rennsteigregion im Frankenwald 
Lauensteiner Str. 44

96337 Ludwigsstadt

Tel.: 0926 / 97 45 41
Email: info@rennsteigregion-im-frankenwald.de

 

 

Öffnungszeiten:

Dorfführungen auf Anfrage.

Anfahrtsempfehlung:

Am einfachsten erreicht man das Golddorf über Ludwigsstadt.

Bitte folgen Sie der Beschilderung.

Steinbach an der Haide_FTSC_A.Hub

Wussten Sie schon?

Alle zwei Jahre findet im Ort das Hammelkegeln statt. Eine echte Schau. Gekegelt wird mit Kugel und Pins, nicht mit Hammeln. Dafür gibt es als Gewinn das namensgebende Tier.


TIPP:

Kräuterpädagogin Silke Wittmann bietet immer wieder Kräuterspaziergänge für Gäste rund um Steinbach/Haide an.